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Filmwork

Hugo Munoz

G-Formilan Sounddesigner

Oberschulzentrum Claudia de Medici - Mals

Eröffnung: 18.05.2007 - 18.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 21.05. - 20.07.07
Montag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr

Thema: Energie
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Erneuerbare Energie (EURAC).
Kuratorin: Letizia Ragaglia, MUSEION

Michael Fliris Arbeiten basieren im Wesentlichen auf einem performativen Akt, der oft an die Grenzen des Surrealen heranreicht.
Die genau geplanten, gefilmten Aktionen, in denen der Künstler selbst als einziger Darsteller auftritt, zeitigen ironische Videos,
die auf die Filmgeschichte zurückgreifen, insbesondere auf die Slapstick-Komödien und Farcen. Ein besonderes Augenmerk kommt dabei den verwendeten plastischen Elementen zu, die das Ergebnis schlichter, aber präzise durchdachter Inszenierungen sind.
Hauptakteur und Maßgabe von Fliris Arbeiten ist der menschliche Körper, dessen Grenzen er auslotet, allerdings immer auf subtil ironische Weise, wodurch er die Extremismen der historischen Performances der Siebziger Jahre zu parodieren scheint.
Der menschliche Körper gibt auch in „Gravity" das Maß vor, in der Arbeit, die der Künstler für das Projekt MUSEION at the EURAC
tower" realisiert hat. Bei ihrem Entwurf hat Fliri mit dem Institut für erneuerbare Energien der Eurac zusammengearbeitet.
Da sich die Energiespannungen auf der Erde in jedem Menschen widerspiegeln, hat Fliri die Aufmerksamkeit seiner eigenen
Poetik gemäß wieder auf das einzelne Individuum lenken wollen. Jeder von uns widersetzt sich im Grunde der Schwerkraft,
die der ganze Planet auf uns ausübt, bei jeder einfachen Hebe- oder Wurfbewegung irgendeines banalen Objekts. In einem
größeren Zusammenhang ist es schließlich auch jeder Einzelne, der sich zunehmend um die Ressourcen des Planeten wird kümmern müssen. Von diesen Voraussetzungen ausgehend hat Fliri eine kurze Filmsequenz konzipiert, die im Inneren des EURAC-Turms bruchstückweise projiziert wird und die der Rezipient beim Treppensteigen in umgekehrter Richtung rekonstruieren soll. Der ganze Film dreht sich um Energiespannungen, um die enge Beziehung, die in allen Dingen zwischen Ursache und Wirkung besteht, aber auch um den Selbsterhaltungstrieb und Lebenswillen der beiden Hauptfiguren, die beschließen, von zwei Trampolinen aus ins Leere zu springen. In den fünf Bruchstücken des Videofilms wird dem Zuschauer ständig die Wirkung der Schwerkraft vorgeführt:
zuerst im - etwas naiven - Bestreben der beiden, diese zu unterlaufen, indem sie in die Höhe springen, dann bei ihren Versuchen, sich gegenseitig zu helfen und den Fall aufzuhalten, bei denen sie abwechselnd ihre Kräfte einsetzen, anfangs bereit, einander zu helfen, schließlich aber selbstsüchtig nur noch auf das eigene Wohl bedacht. Im Wechsel von freiem Fall und Stillstand wird in dieser surrealen, von Fliri bewusst künstlich inszenierten Sequenz eine Art existentieller Parabel beschrieben, in der auch ein uraltes, zeitloses Drama anklingt: Am Ende unterliegt das menschliche Element der Schwerkraft, und die Natur rächt sich (einer einstigen Hybris eingedenk) an demjenigen, der es gewagt hat, sie herauszufordern.

Letizia Ragaglia, Kuratorin

 




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