MUSEION at the EURAC tower 2008
No man is an island
Eröffnung: 10. Juli um 18.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 10.07 - 26.09.2008
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr.
Der Künstler Jacopo Candotti arbeitete mit dem Wissenschaftler Fabio Marroni, aus dem Institut für Genetische Medizin.
Kuratiert von
Annelie Bortolotti und Letizia Ragaglia
Wie oft bei Jacopo Candottis Arbeiten, kreist auch dieses Projekt um die Materie, ihre Eigenschaften und die Beziehung, die sich zwischen Objekt und Publikum einstellt. Mit neuen Wahrnehmungsweisen zu experimentieren, kann ein wertvolles „Training" sein, um sich der Welt der Wissenschaft anzunähern, aber es kann gleichermaßen den Anstoß dazu geben, einfach einmal darüber nachzudenken, wie man ein Objekt betrachtet. Deshalb konzipiert der Künstler seine ganze Arbeit wie ein Spiel mit einer Serie chinesischer Schachteln, die alle miteinander in Beziehung stehen und daher immer neue, unerwartete Zusammenhänge und Verbindungen erkennen lassen, was auf den Titel des Werks verweist: „no man is an island"...
Auf dem Platz vor dem Forschungsinstitut entfalten sich verschiedene Elemente, die eng miteinander verbunden sind. Die Bruchstücke hängen mittels Seilen zusammen und leiten ihre Inspiration von Graphiken in Gitterform ab, die von den Wissenschaftlern dazu benutzt werden, Beziehungen zwischen den Individuen darzustellen. Die plastischen Elemente, die aus natürlichen und künstlichen Materialien bestehen, sind eingefärbt worden, um dadurch eine Beziehung zu verschiedenen wissenschaftlichen Erkenntnisprozessen herzustellen: Einige mikroskopische Untersuchungen der Materie sind mit optischen Instrumenten physikalisch gar nicht mehr lösbar, sondern nur mit Hilfe einer chromatischen Bearbeitung.
Der EURAC tower ist der Ausstellungsort, aber auch der rationale „Behälter", in dem der Künstler mit seinen Visionen eine Bresche schlägt. Jacopo Candotti hat nicht zufällig die Fenster der vierten Etage aufgebrochen, um eine Verbindung zwischen der Ausstellung im Außenraum und der im Inneren zu schaffen. Das imposante Äußere der Turmarchitektur wird im Inneren durch einen leeren Rahmen wieder aufgenommen, der dieselbe Farbe trägt wie das Gebäude selbst. Er entsteht aus der Verschmelzung von Kreis- und Quadrat-Fragmenten, die an die Behelfe erinnern, mit denen die Genetiker die Geschlechter beschreiben.
Der Künstler verfolgt damit neuerdings seine Absicht, zum Zweifeln anzuregen und dem Publikum einen Platz im Spiel einzuräumen, das er zwischen äußerem und innerem Ambiente angesiedelt hat.